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    Institut für Hygiene und Mikrobiologie

    neue Veröffentlichung: Würzburger Kindergartenstudie publiziert

    05.01.2022

    Kita und Corona: Regelmäßige Tests werden gut angenommen und ermöglichen sicheren Betrieb

    Während die zweite Coronawelle über Deutschland rollte, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität und des Universitätsklinikum unter Federführung des IHM und der Kinderklinik in enger Kooperation mit der Stadt Würzburg Kinder und Betreuungspersonal in neun Würzburger Kitas regelmäßig auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus getestet. Ziel der Studie war es, Methoden zu bestimmen, mit denen eine Testung unkompliziert und sicher möglich ist. Gleichzeitig wurde umfassend analysiert, welchen Effekt die regelmäßige Testung auf Kinder, Eltern und Betreuerinnen und Betreuer hat. Die Ergebnisse der Würzburger Kinderbetreuungsstudie (Wü-KiTa-CoV) wurden nun in der international führenden Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlicht.

    Die wichtigsten Kernaussagen der Studie sind:

    • Über einen Zeitraum von zwölf Wochen wurden bei knapp 5000 Tests nur zwei Sars-CoV-2-Infektionen nachgewiesen. Dies belegt eine geringe Infektionsrate von Kindern in den ersten Infektionswellen der Pandemie.
    • Die Bereitschaft zur Teilnahme an einer regelmäßigen Testung war nach einer umfassenden Aufklärung über den Ablauf der Testungen und über den zu erwartenden Nutzen sowohl bei Kindern und deren Eltern als auch bei den Mitarbeitenden der Kitas hoch.
    • Die größte Zustimmung und zugleich die geringste Abbruchrate fand sich sowohl bei den Kindern als auch den Betreuerinnen für die nicht-invasive und wenig belastende Testmethode: die Entnahme von Mundspülwasser im häuslichen Umfeld.
    • Lassen sich mindestens die Hälfte der Kinder und des Betreuungspersonals zweimal wöchentlich testen, ist die Gefahr einer Infektionsübertragung in der Betreuungseinrichtung so gering, dass eine kontinuierliche Kita-Betreuung möglich ist. Dabei sollte der erste Test am Wochenbeginn erfolgen, und die Testergebnisse müssen innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dies zeigt eine bioinformatische Modellierung der Virusausbreitung basierend auf den Studiendaten.
    • Regelmäßiges Testen wirkte sich positiv auf das Sicherheitsempfinden der teilnehmenden Eltern und des Betreuungspersonals aus und minderte die empfundene psychische Belastung durch die Covid-19-Pandemie.

    Zusätzlich hat das Studienteam auf Basis der Studiendaten einen einen konkreten Handlungsleitfaden für Kitas entwickelt, der über die Homepage der Studie frei verfügbar ist.

    Die Originalveröffentlichung finden Sie hier.

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