Intern
Institut für Hygiene und Mikrobiologie

Neue Publikation in nature: Wie Albumin Mukormykosen in Schach hält

14.01.2026

Eine aktuell publizierte Studie mit Beteilung von Prof. Oliver Kurzai zeigt, wie Albumin die Abwehrkräfte des Wirts im Kampf gegen Mucorales durch Modulation der Pathogenität der Pilze steuert.

Mucorales-Pilze verursachen Mukormykose – eine häufig lebensbedrohliche Infektion mit sehr begrenzten therapeutischen Möglichkeiten, die mit massiven Gewebenekrosen einhergeht. Die Gesamtmortalität der Mukormykose übersteigt 50%. Hat die Infektion gestreut, verläuft sie nahezu immer letal.

Stoffwechselstörungen wie z.B. Diabetes mellitus prädisponieren eine immer größer werdende Gruppe von Patienten für eine Mukormykose, wobei die zugrundliegenden Mechanismen noch nicht vollständig aufgedeckt sind.

Neueste Forschungsergebnisse zeigen jetzt die wichtige regulatorische Rolle von Albumin bei der Abwehr von Mucorales: Die antimykotische Wirkung von Albumin wird durch die Freisetzung freier Fettsäuren (FFAs) im Serum vermittelt. Bindet Albumin an die FFAs, wird deren Oxidation verhindert. Die Albumin-gebundenen, nicht oxidierten FFAs unterdrücken die Expression wichtiger Virulenzfaktoren der Mucorales, indem sie die Proteinsynthese hemmen und die Pilze dadurch avirulent werden lassen. Oxidierte FFAs hingegen werden nicht von Pilzzellen aufgenommen und verlieren ihre antimykotischen Eigenschaften.

In Übereinstimmung mit diesen Ergebnissen konnte in unabhängigen Patientenkohorten ein schlechter Verlauf der Mukormykose unabhängig von anderen Risikofaktoren bei schweren Hypoalbuminämien voraussagt werden.

Die an der Studie beteiligten Forscher kommen zu dem Schluss, dass angesichts des Mangels an Biomarkern für die Prognose von Mukormykosen Albumin als leicht verfügbarer, kostengünstiger und universeller Biomarker untersucht werden sollte, um Risikopatienten stratifizieren und den Verlauf der Infektion vorhersagen zu können.

Zusätzlich liefern die Studienergebnisse starke Argumente für die Korrektur einer Hypoalbuminämie als kostengünstige Präventionsstrategie bei Hochrisikopatienten und ergänzende Therapieform bei etablierter Mukormykose.

Die Publikation zum Weiterlesen:
Pikoulas, A., Morianos, I., Nidris, V. et al. Albumin orchestrates a natural host defence mechanism against mucormycosis. Nature 649, 693–702 (2026). https://doi.org/10.1038/s41586-025-09882-3

Zurück