Intern
Institut für Hygiene und Mikrobiologie

neue Publikation: Haemophilus influenzae Ausbruch in Deutschland

08.09.2026

Die Studie unter Leitung des Nationalen Referenzzentrum für Meningokokken und Haempophilus influenzae beleuchtet epidemiologische Zusammenhänge im ersten dokumentierten Hib-Ausbruch bei Erwachsenen in Europa und zeigt Drogenkonsum und Obdachlosigkeit als mögliche Risikofaktoren für eine invasive Hib-Erkrankung auf.

Die in Eurosurveillance veröffentliche Studie untersucht einen derzeit andauernden Ausbruch invasiver Haemophilus-influenzae-Typ-b-(Hib)-Erkrankungen unter Erwachsenen mit Drogenkonsum und obdachlosen Personen in Hamburg. Innerhalb eines Jahres (01.09.2024 - 31.08.2025) wurden insgesamt 20 Hib-Erkrankungen gemeldet. 

In 18 Fällen konnte das Forschungsteam mittels Ganzgenomsequenzierung einen epidemiologischne Zusammenhang nachweisen. Bei 15 der 18 Fälle ließ sich zudem ein epidemiologischer Zusammenhang im Sinne eines Aufenthalts bzw. Drogenkonsums in der offenen Drogenszene feststellen. Diese Zahlen weisen darauf hin, dass Drogenkonsum und Obdachlosigkeit mögliche Risikofaktoren für eine invasive Hib-Erkrankung darstellen.

Zu den ergriffenen Kontrollmaßnahmen gehörten eine postexpositionelle Chemoprophylaxe für enge Kontaktpersonen, Impfangebote sowie eine Informationskampagne.  Auf Grundlage der Studienergebnisse wurden außerdem die nationalen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland aktualisiert und um Empfehlungen zur Impfung sowie zur Postexpositionsprophylaxe im Rahmen von Ausbrüchen bei Menschen mit Drogenkonsum und Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko ergänzt. Die bisher umgesetzten Kontrollmaßnahmen werden derzeit evaluiert und weiter ausgeweitet.

Die Originalpublikation zum Weiterlesen:
First year of ongoing invasive Haemophilus influenzae type b outbreak among middle-aged people who use drugs and people who experience homelessness in Hamburg, Germany, September 2024 to August 2025

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