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Intern
    Meningokokken und Haemophilus Influenzae

    Leistungen Meningokokken

    I. Meningokokken-Nachweis und Typisierung

    Indikation:
    Typisierung und Antibiotikaresistenzbestimmung von Neisseria meningitidis-Stämmen im Rahmen der nationalen Labor-Surveillance im Auftrag des Robert-Koch-Instituts (RKI).
    Direkter Nachweis und Typisierung von N. meningitidis bei kulturnegativem Material.

    Untersuchungsmaterial:

    • Vitale Bakterien isoliert aus: Blut, Liquor, Gelenkpunktaten, Petechienaspirat, Biopsien, Lymphknoten.
    • Nativmaterial: Liquor, EDTA-Blut, Serum, Plasma und Biopsien

    Versand:
    Die Gefahrguttransportvorschriften sind zu beachten .
    Genügend Material einer frischen Übernachtkultur sollte mittels Tupfer in ein Transportmedium (z.B. Amies Medium, Port-A-Cul, Port-A-Germ) eingebracht werden. Alternativ können die Bakterien als Übernachtkultur auf Schrägagar-Röhrchen mit Schraubverschluss (GC-Agar, Kochblutagar) versendet werden.
    Nativmaterial wird bei Raumtemperatur per Post transportiert (maximale Transportzeit: 48h).

    Begleitinformationen:
    Ein Begleitschein steht unter der Rubrik Versand zu Verfügung.

    Untersuchungsmethoden:

    • Identifizierung von N. meningitidis und anderen Neisseria-Spezies aus invasiven Infektionen mittels biochemischer Methoden
    • Serologische Bestimmung der Serogruppen (A, B, C, W, Y)
       
    • Empfindlichkeitstestung mittels E-Test (getestete Antibiotika: Penicillin G, Ciprofloxacin, Cefotaxim und Rifampicin) und penA-Sequenzierung
       
    • Molekularbiologische Typisierung
      - Isolate werden retrospektiv Genom-sequenziert
      - Bei epidemiolgischen Häufungen wird zeitnah eine porA- und fetA-Sequenzierung durchgeführt
       
    • Von Nativmaterialien erfolgt der Meningokokken-Nachweis mittels real-time PCR oder 16S rDNA-PCR
      - Bei positivem Nachweis wird die Serogenogruppe bestimmt und eine porA- und fetA-Sequenzierung durchgeführt.


    Untersuchungsdauer:
    Bei Kulturmaterial erfolgt die Serogruppenbestimmung innerhalb von 24h nach Eintreffen, das Antibiogramm 48h nach Eintreffen. Die Genomsequenzierung wird ca. vierteljährlich durchgeführt.
    An Wochenenden ist das Labor nicht besetzt, doch es werden Materialien für das NRZMHi im Bereich Bakteriologie angenommen und angelegt.

    Ergebnismitteilung:

    Die zuständigen Gesundheitsämter erhalten Teil- und Endbefunde zeitnah per Fax. Endbefunde werden per Briefpost an die Einsender versandt.

    Jährliche Auswertungen werden dem Robert-Koch-Institut zur Verfügung gestellt und zudem auf der Homepage des NRZMHi veröffentlicht. Jährlich wird ein Abgleich mit den Meldedaten des RKI durchgeführt.

     

    II. Meningokokken-Impftiterbestimmung

    Meningokokkenimpfungen

    Seit 2006 ist in Deutschland die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C für Kleinkinder von der STIKO empfohlen. Weiterhin verfügbar sind tetravalente Impfstoffe gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y sowie Impfstoffe gegen Serogruppe B-Meningkokkken.

    Indikation:

    Die Untersuchung wird zur Überprüfung des Impferfolges (Impftiters) bei Patienten mit Immundefekt nach Impfung durchgeführt. Die Überprüfung des Impftiters gegen Meningokokken der Serogruppe A wird mittlerweile am NRZMHi nur noch auf spezielle Anfrage durchgeführt, da Meningokokken A-Infektionen in Deutschland keine Rolle spielen und in Afrika durch Impfkampagnen zurückgedrängt werden konnten.

    Untersuchungsmaterial:

    Serum, entnommen >4 Wochen nach Impfung.
    Das Serum darf keine antimikrobiellen Substanzen enthalten. Steht der Patient unter antibiotischer Therapie, sollte das Serum für die Untersuchung mindestens 10 Tage nach der letzten Antibiotikagabe abgenommen werden. Für Substanzen mit langer Halbwertszeit, wie z.B. Azithromycin, sollte der Abstand besser 14 Tage betragen.
    Bei Patienten unter Eculizumab-Therapie kann wegen Wechselwirkungen des Antikörpers mit dem im Test verwendeten humanen Komplement keine Impftiterbestimmung nach Impfung mit proteinbasierten Serogruppe B-Impfstoffen durchgeführt werden. Aufgrund der Verwendung von Kaninchen-Komplement gilt diese Einschränkung nicht für die Untersuchung auf Antikörper gegen Polysaccharid-Impfstoffe.

    Versand:

    Serum wird bei Raumtemperatur versendet. Nach Erhalt im NRZMHi wird das Serum bei –20°C gelagert oder unmittelbar verarbeitet.

    Begleitinformationen:

    Ein Begleitschein steht unter der Rubrik Versand zu Verfügung.

    Bitte beachten Sie, dass es sich um eine kostenpflichtige Untersuchung handelt (zu erwartenden Kosten). Unser Institut besitzt keine KV-Zulassung, deshalb kann nur eine Privatrechnung ausgestellt werden.

    Labormethoden:

    Nachweis von bakteriziden Antikörpern (Antikörperbestimmung) gegen die Kapselpolysaccharide von Serogruppe A, C, W und Y Meningokokken (ACWY Polysaccharid-Impfstoff oder ACWY Polysaccharid-Konjugatimpfstoff) sowie gegen das Faktor H-Bindungsprotein (fHbp) von Serogruppe B-Impfstoffen mittels Serumbakterizidietest (serum bactericidal assay, SBA).

    Untersuchungsergebnisse:

    SBA-Ergebnisse werden als Titer angegeben. Titer ≥ 8 gelten bei den Serogruppen A, C, W und Y als protektiv (entspricht einem Impferfolg). Titer ≥ 4 gelten bei Serogruppe B als protektiv (entspricht einem Impferfolg). Die SBA-Titer reflektieren funktionelle Antikörper - die Antikörperbestimmung durch SBA ist deshalb im Vergleich zu ELISA als valider einzustufen.

    III. Weitere Tätigkeiten im Sinne des Aufgabenkatalogs des RKI

    • Beratungstätigkeit für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, Laboratorien, niedergelassene Ärzte, Kliniken und Forschungsinstitute. Durchführung von Weiterbildungen und Öffentlichkeitsarbeit.
    • In Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut Auswertung und Interpretation der Daten mit dem Ziel, die epidemiologische Situation möglichst repräsentativ für Deutschland zu beschreiben. Initiierung von und Mitarbeit bei Surveillanceprojekten.
    • Regelmäßige Berichterstattung sowie Beratung des Robert Koch-Instituts zu den entsprechenden Sachfragen und Mitwirkung bei der Erarbeitung von Empfehlungen des Robert Koch-Institutes für Diagnostik, Therapie und Prävention sowie allgemein in der angewandten Infektionsepidemiologie
    • Abgabe von Referenzstämmen aus der Stammsammlung des Referenzzentrums für diagnostische und wissenschaftliche Zwecke auf Anfrage
    • Aufbau und koordinierende Pflege von Netzwerken diagnostischer Einrichtungen. (IBD-LabNet [ECDC], EMGM, RKI Netzwerk „Invasive bakterielle Infektionen“)

    Mitarbeiter des NRZMHi sind über den diensthabenden Arzt des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg auch außerhalb der regulären Dienstzeiten erreichbar (Telefonzentrale Uniklinik Würzburg 0931-201 0)

    Stand: 09.02.2024