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Intern
    Institut für Hygiene und Mikrobiologie

    Krankenhaushygiene beim Unibund

    09.04.2018

    Der Krankenhaushygieniker Prof. Ulrich Vogel vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie beteiligte sich mit drei Vorträgen in Külsheim, Marktbreit und Kitzingen an der Wintervortragsreihe des Unibunds Würzburg.

     

     

    Das Thema „MRSA & Co.: Wohin bewegt sich die Krankenhaushygiene in Deutschland?“ fand insbesondere bei älteren Bürgern und bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsdienstes Anklang. Vogel thematisierte die Herausforderungen, vor denen die Krankenhaushygiene durch demographischen Wandel und den immensen medizinischen Fortschritt mit immer invasiveren Verfahren und deutlich verbessertem Überleben auch stark abwehrgeschwächter Patienten steht. Er betonte, dass multiresistente Erreger eine weltweite und zunehmende Bedrohung darstellen.  Es sei aber für die öffentliche Diskussion wichtig, Krankenhaushygiene nicht mit Multiresistenz gleichzusetzen, da nur ein Zehntel aller im Krankenhaus erworbenen Infektionen durch multiresistente Erreger hervorgerufen werden. Gute Hygiene ist daher bei allen Behandlungsformen und Patienten Voraussetzung für Qualität. Zwar ist Deutschland Europas Spitzenreiter bei den Krankenhausbetten, die Zahl der Pflegekräfte reiche aber für den Bedarf vielfach nicht aus, um den beständig gestiegenen Anforderungen an die Hygiene und Qualitätssicherung Rechnung zu tragen. Die Politik habe in den vergangenen Jahren durch Änderungen am Infektionsschutz- und Arzneimittelgesetz, durch die Einführung von Länderhygieneverordnungen, die Erhöhung der Zahl von Hygienefachkräften und Krankenhaushygienikern und durch Initiativen wie der Deutschen Antibiotikaresistenzstrategie DART viel erreicht. So sei die Zahl der im Krankenhaus erworbenen Infektionen tendenziell rückläufig, die Zahl der gemeldeten Blutstrominfektionen durch MRSA nehme ab, auch wenn sie bezogen auf die Bevölkerung vermutlich  zehnmal (!) höher als in den Niederlanden ist. Es sei aber dringend notwendig, die Zahl der Pflegenden entsprechend den Bettenzahlen und der Pflegeintensität zu erhöhen, um ausreichend Zeit für Hygienemaßnahmen und –schulung zu garantieren.  Auch müsse sich Deutschland auf die in den nächsten 20 Jahren anstehenden dramatischen Veränderungen der Bevölkerungspyramide sorgfältig vorzubereiten, da diese die Häufigkeit von Krankenhausbehandlungen noch weiter steigern werden. In anschließenden Diskussionen bei einem Glas Wein wurden private und nicht immer gute Erfahrungen mit der Krankenhaushygiene diskutiert. Es wurde gelobt, dass im Vortrag auch positive Entwicklungen der letzten Jahre hervorgehoben wurden, was in der öffentlichen Diskussion vielfach untergehe.  Allerdings wurde auch kritisch hinterfragt, was skandinavische Länder, die Niederlande, aber auch Frankreich anders machen, die zumindest in Teilbereichen besser aufgestellt sind als Deutschland. 

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